Grauer Star

Wann operieren?

Der Graue Star

Beim Grauen Star (= Katarakt) handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse, die im höheren Alter häufig vorkommt. Dieser Erkrankung kann man leider nicht vorbeugen. Trotzdem sind auch hier augenärztliche Kontrollen wichtig: Einerseits für Autofahrer, da viele Menschen langsam fortschreitende Veränderungen kaum bemerken und plötzlich die Grenzen für die Fahrerlaubnis unterschritten sind. Andererseits kann der Graue Star relativ lang bestehen, ohne dass der Betroffene sich gestört fühlt, beispielsweise wenn nur ein Auge betroffen ist. Hier wird der Augenarzt rechtzeitig zu einer Star-Operation raten, bevor die trübe Linse so hart wird, dass das Operationsrisiko ansteigt.

  • langsam fortschreitende Sehverschlechterung für Ferne oder Nähe, besonders bei wenig Licht
  • getrübtes, unscharfes Licht und erhöhte Blendempfindlichkeit
  • reduziertes Dämmerungssehen
  • Sicherung der Diagnose
  • Feststellung der Operationsdringlichkeit
  • Berechnung der neuen Linse mit dem IOL-Master
  • Besprechung des Einsatzes von Sonderlinsen
  • OP-Aufklärung, Risikoabschätzung
  • Besonderheiten: Marcumar, Diabetes und zusätzliche Augenerkrankungen
  • Vereinbarung eines OP-Termins

Die einzig sinnvolle Behandlung ist die Star-Operation (Katarakt-Operation = Austausch der getrübten, körpereigenen Linse durch eine klare Kunstlinse).

Andere Maßnahmen, ob durch Medikamente, Diät oder alternative Heilmethoden, können den Grauen Star nicht behandeln, ja nicht einmal seine Entwicklung verzögern.

Was kann passieren?

Risiken der Star-Operation (Katarakt)

Bedeutsame Komplikationen sind bei der Staroperation äußerst selten. Trotzdem kann nie für das Gelingen eines Eingriffs garantiert werden. Bei jeder Operation am offenen Auge kann es im schlimmsten Fall durch ein Zusammentreffen unglücklicher Umstände zur Erblindung oder zum Verlust des Auges kommen. Zum Glück kommen solch extreme Komplikationen fast nie vor.

Einige Risiken werden hier aufgeführt:

  • Ablösung der Netzhaut (bei unkomplizierter Operation in ca. 1 %). Sie kann in den allermeisten Fällen chirurgisch wieder angelegt werden
  • Beschädigung der hinteren Linsenkapsel, während der Operation oder als Nachstareröffnung (erhöht das Risiko für Netzhautablösung auf 3 - 4 %)
  • Anstieg des Augeninnendrucks, mit Medikamenten gut zu beherrschen
  • Blutungen in die Augenhöhle oder die Lider sind sehr selten (unter 1 auf 1000 Operationen), da bei erhöhter Blutungsneigung das Auge mit anderen Mitteln betäubt wird und keine Spritze in die Augenhöhle erfolgt
  • Hornhauttrübungen gehen ebenfalls in den meisten Fällen rasch zurück. Ganz selten können auch sie zu einer bleibenden Sehverschlechterung führen
  • Infektionen im Augeninneren sind äußerst selten (weniger als 1 auf 1000 Operationen) aber ebenfalls bedrohlich für die Sehkraft
  • Eine Flüssigkeitsansammlung der Netzhautmitte ist (2 - 3 %) geht meist selbst oder mit Medikamenten in wenigen Wochen zurück, die gute Sehschärfe erscheint dann verzögert
  • Vorbestehende Hornhautverkrümmung kann durch geeignete Sonderlinsen oft verringert werden, sie kann aber auch durch Narbenzug entstehen oder vergrößert werden. Dann ist zum guten Sehen eine Brille nötig oder ein brechkraftkorrigierender Eingriff, z.B. mit dem Excimerlaser

Wie sehe ich danach?

Ergebnisse der Star-Operation (Katarakt)

  • Abweichungen der geplanten Brechkraft nach der Operation haben verschiedene Ursachen. Ein Spielraum von +/- 1 dpt ist normal, größere Abweichungen sind selten und können innerhalb der ersten Wochen durch nochmalige Operation mit Austausch der Linse behoben werden. Andernfalls ist später eine Brille nötig.
  • Wegen der fehlenden Naheinstellungsfähikeit der Kunstlinse ist im Allgemeinen später eine Lesebrille erforderlich. Kurzsichtige, die gewohnt sind, ohne Brille zu lesen, bevorzugen dies auch meist nach der Staroperation und tragen lieber eine Fernbrille. Manchmal ist es ausreichend, nur ein Auge kurzsichtig zu lassen (-> Monovision)
  • Eingeschränkte Sehkraft nach der Operation ist zu erwarten, wenn zusätzliche Erkrankungen wie Hornhauttrübung, Makuladegeneration oder fortgeschrittenes Glaukom bestehen. Meist erkennt man das aber schon vor der Operation und kann es im Aufklärungsgespräch erörtern.
  • In den allermeisten Fällen ist die Sehkraft nach der Operation deutlich besser als vorher, das Bild ist wieder klar und die Farben wieder leuchtender.

Die Star-Operation

Modernste Kleinschnitt-Technik erhöht OP-Sicherheit

Seit Jahren operieren wir mit der sogenannten Kleinschnitt-Technik, bei der die Entfernung der trüben Linse über eine Öffnung von nur 2,4 mm erfolgt. Auch die faltbare Kunstlinse kann durch diese kleine Öffnung ins Auge geschoben werden, wo sie sich dann entfaltet.

Auch die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten für die ambulante Staroperation bisher im vollen Umfang. Die hochpräzise Berechnung der neuen Linse mit dem IOL-Master ist allerdings für gesetzlich Versicherte eine Eigenleistung in Höhe von ca. 55 €. In seltenen Fällen verursachen Sonderlinsen, z.B. zur gleichzeitigen Behandlung der Hornhautverkrümmung ebenfalls zusätzliche Kosten.

Bitte bringen Sie einige Tage vor der Operation – sowohl bei stationärer, als auch ambulanter Behandlung – alle Papiere in unsere Praxis:

  • eigenhändig unterschriebene Einverständniserklärung, falls dies nicht beim Aufklärungsgespräch erfolgt ist
  • gelben Anästhesiebogen, unterschrieben
  • Doku-Bogen vom Hausarzt mit EKG und Labor
  • ggf. Medikamentenliste
  • ggf. Allergiepass
  • ggf. Diabetikerausweis oder Markumarpass

Wie läuft die Star-Operation ab?

In einer eingehenden Voruntersuchung in unserer Praxis werden Ihre Augen gründlich untersucht und mit dem sog. IOL-Master vermessen. Wir klären Sie in diesem Termin gründlich über die allgemeinen und Ihre speziellen Umstände und Ihre Erfolgsaussichten der geplanten OP auf. Bitte kommen Sie zu dieser Untersuchung nicht mit dem eigenen Auto, da die Pupille erweitert wird!

In den 2 Wochen vor der Operation findet eine allgemeine Untersuchung durch Ihren Hausarzt statt. In diesem Zeitraum ist auch der gelbe Anästhesie-Bogen von Ihnen auszufüllen.

Bei einer ambulanten Operation:
Ca. 3 Tage vor der Operation informieren wir Sie über die Uhrzeit der Operation. Am Operationstag bleiben Sie bitte nüchtern, nehmen regelmäßig die Tabletten mit einem Glas Wasser ein und kommen Sie zur vereinbarten Zeit in die Kreisklinik Wolfratshausen.

Bei einer stationären Operation:
Kommen Sie bitte zum vereinbarten Zeitpunkt in die Kreisklinik Wolfratshausen oder in die Klinik Dr. Wilhelm. Bringen Sie ggf. Ihre gewohnten Tabletten und Augentropfen für 3 Tage mit. 

Bitte tragen Sie zum OP-Termin eine einfache Kleidung, die sich problemlos ablegen lässt. Verzichten Sie auf Schmuck und Make-up.

Während des Eingriffes liegen Sie bequem auf einer Liege. Ihre Pupillen werden durch Augentropfen erweitert. Um Ihnen beruhigende Medikamente geben zu können, wird eine Infusion in die Armvene angelegt. Die örtliche Betäubung des Auges erfolgt meist durch eine Betäubungsspritze direkt neben das Auge, die wegen der Beruhigungsmittel üblicherweise kaum schmerzhaft ist. Markumarpatienten werden durch betäubende Augentropfen und intravenöse Schmerzmittel schmerzfrei gehalten.

Ihr Kopf wird mit einer sterilen Abdeckung versehen.

Nun beginnt die Operation, von der Sie kaum etwas spüren werden.

Während der Operation, die ca. 10-20 Min. dauert, sollten Sie möglichst ruhig liegen bleiben.  Sollten Sie sich jedoch bewegen müssen, z.B. bei Husten, dann sagen Sie es uns bitte, man kann die Operation jederzeit unterbrechen.

Am Tag nach der Staroperation beginnt die Nachbehandlung durch Augentropfen. Sie ist von entscheidender Bedeutung für das Operationsergebnis. Falls nichts anderes angeordnet wird, tropfen Sie in der 1. Woche 5x tgl. 1-2 von den neu verordneten Tropfen NUR in Ihr frisch operiertes Auge. (In der 2. Woche 4x tgl. und in der 3. Woche 3 x tgl.) Und für die ersten 3 Tage zusätzlich: 3x täglich Floxal-Augentropfen 
Zwischen den verschiedenen Tropfen lassen Sie bitte 5 Minuten Zwischenraum! Die oben angegebenen Tropfen sind NUR für das operierte Auge.

Falls Sie für Ihr nicht operiertes Auge regelmäßige Augentropfen verwenden, so nehmen Sie diese wie vor der Operation weiter.

Ein leichter Wundschmerz in den ersten 24 Stunden nach der Operation ist normal. Das Auge sowie das Augenlid kann auch gerötet sein. Es ist auch möglich, dass Sie doppelt oder schräge Bilder mit dem frisch operierten Auge sehen, da die Augenmuskeln dort noch betäubt sein können. Das Sehvermögen steigt nach der Operation nicht bei allen Augen gleich schnell an.

Mario BehrendtWenn sich Ihr Sehvermögen wider Erwarten verschlechtert, wenn Schmerzen am operierten Auge auftreten oder wenn sich eine zunehmende Rötung des operierten Auges zeigt, sollten Sie uns unverzüglich anrufen:

Praxis 08171 78052
Dr. med. univ. Mario Behrendt Handy 0178 7263764

Falls Sie niemanden erreichen, erfahren Sie unter 01805 191212, wer der diensthabende Augenarzt ist.

Welche Linse ist für mich geeignet?

Die richtige Linse

Die Bedingungen einer guten Intraokularlinse sind neben guter Verträglichkeit eine der Natur weitgehend entsprechende Abbildungsqualität. Daher achten wir neben der Auswahl des verträglichsten Materials (derzeit hydrophile Acrylate) auf einen UV-Filter und ein asphärisches Profil wie es auch die natürliche Linse aufweist. Mit Sonderlinsen, z.B. torische Linse zum Ausgleich der Hornhautverkrümmung, können wir noch über die Möglichkeiten der natürlichen Linse hinausgehen.

Die im Allgemeinen verwendete (und in unserem Augenzentrum ohne zusätzliche Kosten erhältliche) Kunstlinse aus faltbaren Acrylaten ist bestens verträglich, asphärisch geschliffen, enthält einen UV-Filter zum Schutz der Netzhaut und ist optisch der klaren eigenen Linse gleichwertig. Das von uns fast ausschließlich verwendete Material ist seit über 15 Jahren klinisch erprobt und wurde weltweit schon in über 50 Millionen Augen implantiert.

Wenn zusätzlich zum Grauen Star eine höhere Hornhautverkrümmung (= Astigmatismus) besteht, kann durch die Staroperation mit normalen Linsen kein vollständiger Ausgleich des Brechungsfehlers erzielt werden. Abhilfe schafft eine sog. Torische Intraokularlinse, die, ähnlich wie beim Brillenglas der sog. Zylinder, den Astigmatismus zum größeren Teil ausgleichen kann. Häufig wird dadurch eine Fernbrille unnötig. Diese Speziallinsen sind keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und kosten zusätzlich zu den Erstattungen der Krankenkassen ca. € 700.-

In Einzelfällen können Sonderlinsen die Brechkraft noch genauer korrigieren und evtl. eine Brille für die meisten Gelegenheiten überflüssig machen:

  • Torische Linsen sind geeignet, um einen zusätzlichen Hornhautastigmatismus auszugleichen
  • Multifokal-Linsen sind in manchen Fällen geeignet, die sonst erforderliche Lesebrille zu ersetzen. Die Einsatzmöglichkeiten sind begrenzt. Eine Alternative ist die
  • Monovisions-Technik, bei der das Führungsauge für die Ferne, das andere für die Nähe korrigiert wird. Auch dies ist nicht für alle Patienten geeignet.

Fragen Sie nach den für Ihre Augen geeignetsten Linsen!!

Wo werde ich operiert?

Ambulantes OP-Zentrum Wolfratshausen

Wir haben folgende Möglichkeiten für unsere Star-Operationen zur Verfügung.

  1. Ambulantes OP-Zentrum der Kreisklinik Wolfratshausen
  2. Ambulantes OP-Zentrum Praxisklinik Dr. Wilhelm

in Ausnahmefällen (schwere zusätzliche Erkrankungen) kann die Operation auch stationär in unserer Belegabteilung an der Kreisklinik Wolfratshausen durchgeführt werden.

Alle OP-Einrichtungen verfügen über geschultes und erfahrenes Fachpersonal (Anästhesie-Fachärzte und med. Fachangestellte, Operations-Fachangestellte sowie Sterilgut-Assistenten), sind nach den Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft für Operationsräume der Klasse A ausgestattet und arbeiten nach den Sterilitäts-Richtlinien des Robert-Koch-Institutes.